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LPG und LNG: Was ist der Unterschied? (01.10.2026)

Beispielbild LNG Tanker erstellt mit ChatGPT_Image_29__Sept__2026__10_19_33.pngLPG und LNG werden häufig miteinander verwechselt. Beide Abkürzungen stehen für verflüssigte Gase, unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Zusammensetzung, ihrer Herstellung und der Art, wie sie flüssig gehalten werden. Auch bei Lagerung, Transport und Einsatzbereichen gibt es Unterschiede.

LPG – Liquefied Petroleum Gas

LPG steht für „Liquefied Petroleum Gas“, auf Deutsch Flüssiggas. Es besteht hauptsächlich aus Propan und Butan. Unter Druck lassen sich diese Gase bereits bei Umgebungstemperatur verflüssigen. Dadurch kann Flüssiggas in Tanks oder Gasflaschen in vergleichsweise kompakter Form gelagert werden.

Für private Haushalte ist LPG insbesondere als Energieträger für Heizungen, Warmwasserbereitung und zum Kochen bekannt. Auch als Kraftstoff für Fahrzeuge wird LPG unter der Bezeichnung Autogas eingesetzt. Für Heizungsanlagen wird Flüssiggas in Tanks gelagert und bei der Nutzung wieder gasförmig der Verbrennung zugeführt.

Ein wichtiger Unterschied zu Erdgas besteht darin, dass LPG nicht auf ein leitungsgebundenes Gasnetz angewiesen ist. Flüssiggas kann per Tankwagen angeliefert und vor Ort in einem Tank gelagert werden. Das macht den Energieträger unter anderem für Gebäude interessant, die keinen Anschluss an ein Erdgasnetz haben.

LNG – Liquefied Natural Gas

LNG steht für „Liquefied Natural Gas“, also verflüssigtes Erdgas. Es besteht überwiegend aus Methan. Damit Erdgas flüssig wird, muss es auf etwa minus 162 Grad Celsius abgekühlt werden. Durch die Verflüssigung verringert sich sein Volumen erheblich, sodass große Mengen per Schiff oder Tankwagen transportiert werden können.

Am Zielort wird LNG in speziellen Anlagen wieder erwärmt und dadurch gasförmig. Dieses Erdgas kann anschließend beispielsweise in das Gasnetz eingespeist oder für industrielle und andere Anwendungen bereitgestellt werden.

In Deutschland wird LNG seit Ende 2022 auch über schwimmende LNG-Terminals importiert. Die importierten Mengen werden nach der Regasifizierung Teil der Erdgasversorgung. Erdgas wird unter anderem in Industrie und Kraftwerken sowie in Gewerbe und Haushalten eingesetzt.

LPG und LNG im Vergleich

Der wichtigste Unterschied liegt zunächst in der Zusammensetzung: LPG besteht hauptsächlich aus Propan und Butan, LNG überwiegend aus Methan. Auch die Verflüssigung erfolgt auf unterschiedliche Weise. LPG wird hauptsächlich durch Druck verflüssigt, während LNG nur durch starke Abkühlung in den flüssigen Zustand übergeht.

Auch bei der Lagerung gibt es Unterschiede. LPG kann in geeigneten Tanks bei vergleichsweise moderaten Temperaturen unter Druck gelagert werden. Für LNG sind dagegen kryogene Tanks erforderlich, die für die extrem niedrigen Temperaturen ausgelegt sind.

Bei der Versorgung von Gebäuden ist LPG insbesondere dort relevant, wo kein Erdgasnetz vorhanden ist. Ein Flüssiggastank auf dem Grundstück ermöglicht eine unabhängige Bevorratung des Brennstoffs. LNG spielt dagegen vor allem bei der großvolumigen Versorgung des Erdgasmarktes sowie beim Transport von Erdgas über große Entfernungen eine Rolle.

Welche Rolle spielen LPG und LNG künftig?

Die weitere Entwicklung beider Energieträger hängt unter anderem von gesetzlichen Vorgaben, Energiepreisen, der Verfügbarkeit alternativer Energieträger und dem Ausbau der Energieinfrastruktur ab.

Bei LPG stehen neben konventionellem Flüssiggas auch alternative Varianten im Fokus. Dazu gehört beispielsweise biogenes beziehungsweise erneuerbares Flüssiggas. Solche Brennstoffe unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Herstellung und ihrer Eigenschaften vom konventionellen LPG. Ob und in welchem Umfang sie in einer bestehenden Flüssiggasheizung eingesetzt werden können, hängt von den technischen Anforderungen und den Herstellerangaben ab.

Bei LNG steht dagegen die Entwicklung der Erdgas- und Wasserstoffinfrastruktur im Mittelpunkt. Die Bundesnetzagentur plant die Gas- und Wasserstoffnetze inzwischen gemeinsam. Nach den aktuellen Planungen wird der Transportbedarf für Erdgas langfristig zurückgehen, während Wasserstoffnetze schrittweise aufgebaut werden. Ein Teil bestehender Erdgasleitungen soll dafür künftig auf Wasserstoff umgestellt werden.

LPG und LNG sind damit trotz der ähnlichen Bezeichnungen unterschiedliche Energieträger. Für Verbraucher ist insbesondere wichtig, die Begriffe nicht gleichzusetzen: LPG ist Flüssiggas aus vor allem Propan und Butan und kann direkt vor Ort in Tanks gelagert werden. LNG ist verflüssigtes Erdgas, das für die Lagerung auf etwa minus 162 Grad Celsius gekühlt werden muss.

 

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